Artikel

Neben einer Übersicht aller bisher veröffentlichter Artikel in Printmedien finden Sie hier einige einführende Online-Artikel zum Thema E-Learning.

Kompetenzmanagement in LMS (360° Assessment)

AutorInnen: Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele

Neben den Kernfunktionen wie Trainee und Kurs-Management, verfügen die meisten Learning Management Systeme (LMS) für den Einsatz in Unternehmen über Funktionen, die Werkzeuge der Personalentwicklung teilweise abbilden. Dazu zählen insbesondere das 360 Grad Assessment sowie das Skill- und Kompetenz-Management mit den Ausprägungen Skill-Gap-Analyse und Wissenslandkarte.


Obwohl das 360 Grad-Assessment bzw. die 360 Grad Beurteilung in unseren Breiten eher diskursiv behandelt wird und die 360°-Feedback-Methode bevorzugt wird (Freimuth, Zirkler 2001), ist ein entsprechendes Werkzeug in nahezu allen für den europäischen Markt lokalisierten Produkten amerikanischer Hersteller integriert.


Das 360 Grad Assessment in seiner vollen Ausprägung schließt die (anonyme) Beurteilung von ArbeitnehmerInnen durch Vorgesetzte (90 Grad), KollegInnen (180 Grad), MitarbeiterInnen (270 Grad) und externe Kooperationspartner (360 Grad) ein. Obwohl in der Praxis selten alle Beurteilungsstufen durchlaufen werden, soll dieses "Multi-Source-Assessment" die Leistungsurteile entsprechend objektivieren.


Doch da "die Summe der Subjektivität noch lange keine Objektivität ergibt" (Demmer 2002), fließen die (Teil-)Ergebnisse der Ratings in das Skill- bzw. Kompetenz-Management des LMS ein und werden dort mit den Ergebnissen aus objektiven Tests gebündelt, die meist in Form von Multiple-Choice-Fragen arbeitsplatzbezogenes Faktenwissen abprüfen.
Auf Basis dieser Ergebnisse werden vom LMS automatisch Kompetenz-Profile und Wissenslandkarten der Trainees erstellt. Diese können mit den für den Arbeitsplatz durch das Personalmanagement festgelegten Profilen verglichen und analysiert werden. Diese so genannte "Skill-Gap-Analyse" soll eventuelle "Wissenslücken" aufdecken und in weiterer Folge den Trainees Vorschläge zur Schließung dieser Lücken in Form von geeigneten CBTs (Computer Based Trainings) oder WBTs (Web Based Trainings) machen (siehe die folgende Abbildung).

 

skill-gap-analyse 
Abb.: Die Ergebnisse einer Skill-Gap-Analyse mit den entsprechenden Kursvorschlägen

Diese Form der Administration und Gestaltung des Lernprozesses ist relativ automatisiert und wird von den Corporate e-Learning Hauptzielgruppen wie bspw. Banken und Versicherungen erfolgreich für gezielte "Hard-Skills"-Trainingsmaßnahmen mit konkreten Ausbildungszielen wie beispielsweise Produkteinschulungen eingesetzt. Da dieser Prozess auf Ressourceneffizienz ausgerichtet sind, wird auch verständlich, warum in die Kernfunktionalität der Learning Management Systeme der Weltmarktführer keine Kommunikations- und Kooperationswerkzeuge eingebunden sind. Didaktisch eher dem instruktionistisch motivierten Trainingsansatz verhaftet, wird bei dieser Form des Corporate e-Learning ganz auf die Effizienz und Qualität des Learning Contents in Form von WBTs und CBTs vertraut.

 

Literatur:

Demmer, C. (2002): Nichtssagend und feige, Süddeutsche Zeitung vom 27.7.2002.
Freimuth, J./Zirkler, M. (Hg.) (2001): Lizenz zum Führen? 360-Grad-Feedback in der Personal- und Organisationsentwicklung, Hamburg.

Die Open Source Lernplattform ILIAS

Lg ILIAS-OSDie Lernplattform ILIAS ( Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations System) der Universität Köln ist das derzeit beste Open Source Lern Management System ( LMS ) und kann sowohl funktionell als auch von der didaktischen Konzeption mit kommerziellen Systemen konkurrieren, deren Lizenzkosten mitunter im fünfstelligen Bereich liegen. ILIAS eignet sich aufgrund des unkomplizierten Betriebs, dem Einhalten internationaler E-Learning-Standards und dem exzellenten Online-Lerneinheiten-Editor ideal für den (Hoch-) Schulbetrieb. Im folgenden Artikel werden die wichtigsten Funktionen von ILIAS zusammengefasst und mittels Screenshots illustriert.

 

Autor: Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele

 

Hinweis:

Beachten Sie bitte, dass in diesem Dokument keine Hinweise zu Copyright ©, Trademark ™, Servicemark SM, Registered Trademark ® oder sonstige rechtlichen Bindungen Dritter vorkommen. Dies soll keineswegs diese Rechte einschränken, alle Bezeichner bleiben Marken, eingetragene Marken etc. der jeweiligen Hersteller und Besitzer!

 

 

Die Online-Lernplattform ILIAS

ILIAS (www.ilias.de) steht als Open Source Software unter der General Public Licence (GPL) zur Verfügung. Damit können Hochschulen, Bildungseinrichtungen und andere Interessenten das System kostenlos nutzen und nach eigenen Vorstellungen weiterentwickeln.

ILIAS wurde im Rahmen des VIRTUS-Projekts an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln entwickelt. Mittels eines Client-Server-Systems ermöglicht ILIAS das Erstellen, Bearbeiten und Darstellen von Lehrmaterialien in einer Umgebung.

Bei einem Open-Source-Projekt stellt sich generell die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Produktes: nach Angaben der Leitung des ILIAS-Projekts ist die Finanzierung und damit die Weiterentwicklung in Köln aus Primärmitteln bis Ende 2004 gesichert.

Außerdem beteiligen sich mittlerweile auch andere Hochschulen und Institutionen an der Weiterentwicklung (vor allem Projekte, die im Rahmen der bundesdeutschen Ausschreibung „Neue Medien in der Bildung" finanziert werden). Damit kommen in den nächsten Jahren weitere Mittel in die Entwicklung. Nach 2004 ist anzunehmen, dass das System weiterentwickelt wird, da die kritische Masse der Anwenderinnen inzwischen erreicht ist und damit der Open-Source-Prozess höchstwahrscheinlich lebensfähig ist.

Mittlerweile hat sich um ILIAS eine Zahl von freien Entwicklerinnen und Firmen gebildet, die Anpassungs- und Beratungsleistungen sowie Schulungen für Kundinnen vornehmen. Die Tagessätze liegen zwischen 300 und 700 Euro. Prinzipiell kann aber auch auf andere Programmiererinnen zurückgegriffen werden, die über Kenntnisse in PHP und MySQL verfügen. Die für Anpassungsleistungen benötigten Dokumentationen stehen kostenlos auf der Projekt-Website zur Verfügung.

Zudem werden von den Projektleitern mit Entwicklerinnen und Anwenderinnen Workshops organisiert, bei denen Anregungen und Anforderungen verschiedener Interessentinnen kanalisiert und in die Weiterentwicklung implementiert werden.

  

Funktionsübersicht:

ilias-schreibtisch

Abb.1: Die Startseite nach dem Einloggen: der persönliche Schreibtisch.

 

 

1. Kommunikation, Kooperation & Kollaboration

1.1 Synchrone Kommunikationstools:

In der aktuellen Version ist ein Java-basierter Chat inklusive Whiteboard-Funktion integriert. Dieser wird in der im Sommer 2004 erscheinenden Version 3 durch eine leistungsfähigere PHP-Variante ersetzt werden.

 

1.2 Asynchrone Kommunikationstools:

Die folgenden asynchronen Kommunikationstools sind in ILIAS implementiert:

  • Foren
  • Mailinglisten
  • FAQ-Listen
  • Persönliche Nachrichten
  • Austausch von Dokumenten per Container Modul
  • Up- und Download von Dokumenten per Container Modul

 

1.3 Notizfunktion:

Notizen (Annotationen) können auf jeder Seite einer Lerneinheit angelegt werden und können sowohl mit als auch ohne den Inhalt der Seite ausgedruckt werden.

 

1.4 Gruppenbildung durch Rollen:

Das Gruppensystem unterstützt sowohl Systemgruppen als auch Usergruppen. Es ist damit z. B. auch möglich, eine Gruppe zur Bearbeitung einer Lerneinheit zu gründen, in der Lehrende und Lernende als Autorinnen zusammenarbeiten. Dabei können unterschiedliche Rechtestati zugeordnet werden (Veröffentlichung nur durch Besitzerin der Gruppe, Aufnahme von neuen Mitgliedern nur durch Administratorinnen der Gruppe, etc...).

 

1.5 Externe Kommunikationstools integrierbar:

Dies ist prinzipiell möglich, erfordert jedoch zusätzlichen Entwicklungsaufwand. Spezielle Schnittstellen zu gängigen Virtual-Classroom-Produkten existieren nicht.

 

 

2. Didaktik:

2.1 didaktisches Konzept der Lernumgebung:

ILIAS orientiert sich didaktisch an einem gemäßigten Konstruktivismus. Das System lässt sowohl Formen geführten Lernens als auch selbstgesteuertes Lernen zu. Durch die offene Gestaltung der Lernumgebung wären aber auch andere didaktische Modelle bzw. Mischformen umsetzbar.

 

lernumgebung

Abb.2: Übersicht der Lerneinheiten.

 

2.2 Übungen und Tests:

ILIAS unterstützt die Fragentypen „Richtig/Falsch", „Ja/Nein", „Lückentext“ und „flexible Zahl“ (beliebig viele Antworten zu einer Frage). Der Typ kann bei jeder Frage individuell gewählt werden. Außerdem kann die Autorin entscheiden, ob sie a) die Anzahl richtiger Antworten angibt, b) den Hinweis, dass eventuell mehrere Antworten richtig sein können, gibt oder c) keinen Hinweis gibt. Zu jeder Frage kann ein Lösungshinweis-Link gegeben werden, also eine Verknüpfung zu der Seite, auf der man Zusatz-Informationen bekommt, um die Frage zu beantworten. Zu jeder Frage kann eine Bearbeitungszeit festgelegt werden (min. / sek.).

 

multiple-choice

Abb.3: Das Erstellen von Multiple Choice Fragen ist über den integrierten Online-Editor komfortabel möglich.

 

2.3 Modularisierung von Lehr- und Lerninhalten:

Lehr- und Lernmaterialien (in ILIAS Lerneinheiten genannt), die mit dem integrierten Online-Editor erstellt wurden, liegen als Strukturen, Seiten und Inhaltselemente aufgeteilt in der Datenbank vor. Darüber hinaus sind Dokumente bzw. Dateien integrierbar, die außerhalb von ILIAS erstellt und genutzt werden können. Der gesamte Lehr- und Lerninhalt bis hinunter auf Elementebene (Bild, Textblock, Animation, etc.) kann in ILIAS mit Metadaten versehen werden. Die Metadaten orientieren sich dabei an den Standards von IMS und Ariadne. Durch die Datenbankarchitektur ist es darüber hinaus möglich, einzelne Elemente, Seiten oder Struktureinheiten (Kapitel/Unterkapitel) mehrfach zu verwenden, ohne dafür diese Inhalte erneut einzugeben. Der Reuse wird durch ein Administrationstool (IBO-Tool) unterstützt.

 

2.4 Feedback zum und Protokollierung des Lernfortschrittes:
Die Multiple-Choice-Tests werden in der Praxis für die Lernerfolgskontrolle eingesetzt. Allerdings erhält nur die Lernende selbst Informationen über die Ergebnisse.

Derzeit entwickeln mehrere ILIAS-Anwenderinnen eine AICC-Schnittstelle, um mit extern erstellten Übungen einen Lernfortschritt am Ende einer Lerneinheit abprüfen und Ergebnisse rückmelden zu können.

 

2.5 integrierte Autorenfunktionen:
Ilias ist eines der wenigen LMS, das über einen integrierten Online-Editor zur Erstellung von Lerneinheiten verfügt. Dieser ist formularbasiert und kann deshalb auch ohne HTML-Kenntnisse benutzt werden.

Das Erstellen einer Lerneinheit folgt einem klaren Prinzip und soll nachfolgend kurz dargestellt werden:

Jede mit dem ILIAS-Editor erzeugte Lerneinheit besteht aus einer Gliederung, aus Seiten und aus Elementen. Die Gliederung stellt die Struktur der Lerneinheit dar und bestimmt die Abfolge der einzelnen Seiten einer Lerneinheit. Eine Seite wiederum besteht mindestens aus einem Element, z. B. aus einem Textblock oder einem Bild. Das Element ist damit der kleinste Teil einer Lerneinheit.

 

aufbau-lerneinheit

Abb.4: Der hierarchische Aufbau einer Lerneinheit in Ilias.

 

Man beginnt mit der Erstellung der Gliederung; dazu werden einzelne Gliederungspunkte angelegt, die Kapitel und Unterkapitel. Im nächsten Schritt werden den Kapiteln bzw. Gliederungspunkten Seiten zugewiesen. Dabei kann direkt aus dem einzelnen Gliederungspunkt in die Seitenbearbeitung gewechselt werden.

Die Seiten bestehen wiederum aus Elementen. Elemente können Texte, Bilder, Image Maps, Tabellen oder Multimedia-Objekte sein. Eine Seite kann beliebig viele Elemente enthalten, mindestens aber eins. Ist eine Seite mit einem Element gefüllt, so hat auch der Gliederungspunkt jetzt einen greifbaren Inhalt.

 

gliederungsansicht

Abb.5: Die Gliederungsansicht eines Kurses.

 

Geht man bei der Erstellung wie oben beschrieben vor, so erhält man eine linear aufgebaute Lerneinheit, die die Lernenden entweder von vorn nach hinten durcharbeiten oder zwischen den Kapiteln hin und her springen können.

Das Erstellen von Hypertext-orientierten Lerneinheiten ist ebenfalls möglich. Man erzeugt hierzu eine einfache Gliederung mit einer Startseite. Alle weiteren Seiten werden dann nicht aus der Gliederung sondern als einzelne, so genannte „freie Seiten“ erzeugt. Diese können nun über das systeminterne Verlinkungskonzept (VRI) beliebig miteinander verknüpft werden.

 

seiteneditor

Abb.6: Der Seiteneditor in ILIAS. Die Seitenelemente können getrennt voneinander editiert werden.

 

Das Einfügen von Elementen (Text, Bild, Java Applet etc.) in eine Seite erfolgt über ein Drop Down-Menü. Die Seitenelemente können dann einzeln über den unten abgebildeten formularbasierten Editor komfortabel bearbeitet werden.

Die Reihenfolge der Elemente auf eine Seite ist über die schwarzen Pfeile am rechten Bildschirmrand auch nachträglich jederzeit veränderbar.

In eine Seite eingefügte Medienobjekte wie Bilder, Flash-Animationen, Java Applets etc. können optional wie alle Elemente auf einer Seite mit Metadaten beschrieben und beliebig in anderen Kursen wieder verwendet werden.

Die Verknüpfung einzelner Kursseiten mit Glossarbegriffen, Multiple-Choice-Tests und Links auf externe Websites erfolgt über das Funktionen-Menü.

Über die Preview-Funktion kann die erstellte Seite komplett dargestellt und hinsichtlich des Layouts überprüft werden.

Die Möglichkeit, einzelne Dateien an eine Seite anzuhängen (Menüpunkt „Dateiliste anfügen“) und so zum Öffnen oder Download anzubieten, ist in dieser Form einzigartig und eröffnet interessante didaktische Möglichkeiten: so können beispielsweise Übungsaufgaben für Excel mit einem entsprechenden Spreadsheet verknüpft werden, in dem die Lernenden diverse Lösungen ausprobieren können, kompilierte Programme können durch einen Klick gestartet werden, verknüpfte Musikstücke oder gesprochene Kommentare im MP3-Format bereichern die Lehrtexte multimedial, Downloads können zur Belohnung angeboten werden etc.

 

Die einmal in das System hochgeladenen Dateien können ebenfalls in anderen Kursen wieder verwendet werden.

ILIAS erlaubt auch das kollaborative Erstellen von Lerneinheiten. Dazu werden von einzelnen Personen oder Arbeitsgruppen Seiten und Kapitel erstellt, die nach Freigabe zu einer Lerneinheit kombiniert werden können. Das On- und Offline-Schalten einzelner Seiten oder Kapitel erlaubt das nachträgliche Editieren von Lerneinheiten, auch wenn diese bereits von Lernenden abonniert wurden und in Bearbeitung stehen.

 

gruppenverwaltung

Abb.7: Die Gruppenobjekte in Ilias, mit der Möglichkeit, eigene Dateien und Ordner anzulegen bzw. bestehende zu bearbeiten.

 

 

2.6 Learning-flow-Management:
Das System bietet eine Bookmarkfunktion, die wie ein Zettelkasten genutzt werden kann, um auf interessante Webressourcen zu verweisen. Außerdem wird den Lernerinnen auf dem Persönlichen Schreibtisch (Startseite nach dem Einloggen) immer die zuletzt bearbeitete Seite für die fünf zuletzt genutzten Lerneinheiten angezeigt.

Zusätzlich ist eine Kursverwaltungsfunktion implementiert, mit der es möglich ist, bestimmte Inhalte oder Ressourcen unter definierten Bedingungen zu veröffentlichen bzw. zugänglich zu machen (Definieren von Lernpfaden).

 

 

3. Administration:

3.1 Tracking-Funktionalität:
Eine Tracking-Funktion ist implementiert und kann wahlweise an- oder ausgeschaltet werden. Ein internes Berichtssystem stellt allen Autorinnen aktuelle Informationen zur Nutzung ihrer Angebote zusammen.

 

3.2 Rechnungsverwaltung:
Derzeit ist eine einfache Rechnungsschnittstelle zur Generierung von Serienbriefen für Microsoft Word implementiert. Schnittstellen zu ERP-Systemen wie SAP/R3 etc. sind standardmäßig nicht integriert, könnten aber realisiert werden.

 

3.3 Verwaltung von Userinnen:
Das Anlegen von User/innen und deren Zuordnung zu Gruppen ist formularbasiert möglich. Derzeit müssen alle Userinnendaten noch manuell eingegeben werden. Das Einrichten der User/innen per „Batch-Job“ (Funktion, die Benutzerinnennamen und Passwörter generiert und damit die Accounts einrichtet) oder der Import über eine entsprechende .CSV-Datei mit allen relevanten Daten ist momentan leider noch nicht möglich.

Die Rechtevergabe wird derzeit noch über ein Gruppenkonzept geregelt, das eine granulare Vergabe von Rechten erschwert. Ist für eine Gruppe beispielsweise das Klassenrecht „Lerneinheiten erstellen“ vergeben worden, dann kann auch jede Benutzerin, die Mitglied dieser Gruppe ist, Lerneinheiten erstellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Benutzerin der Systemgruppe „Lerner“, „Gast“ oder „Autor“ angehört. Die Benutzerin „erbt“ quasi das „Autoren“-Recht, sobald sie einer (Autoren-)Gruppe mit diesem Recht zugeordnet wird.

Für den Sommer 2004 ist das Release 3 angekündigt, das über ein leistungsfähiges rollenbasiertes Berechtigungskonzept verfügt und damit eine flexiblere und komfortablere Vergabe von Rechten möglich macht.

 

 

4. Technik:

4.1 Anpassbarkeit:

Das System kann durch Modifikation von Templates an die entsprechenden CI-Erfordernisse angepasst werden.

 

4.2 Erweiterbarkeit:

Durch den Einsatz von offenen Standards (PHP und MySQL) und dank des gut dokumentierten Codes (Open-Source-Softwareprozess) kann das System beliebig erweitert werden.

 

4.3 Skalierbarkeit:
ILIAS kann sowohl für kleine Gruppen auf einem Intel-Rechner, als auch für große Gruppen auf einem entsprechend dimensionierten Unix- oder Linux-basierten Rechner eingesetzt werden. Die Referenzplattform an der Universität Köln weist über 11.000 registrierte Nutzer aus.

 

4.4 Systemanforderungen / Ressourcenbedarf:

Systemanforderungen für Unix-Server:

Systemanforderungen für Windows NT- und 2000-Server:

Durchschnittliche Installation (weniger als 15.000 User-Accounts)

SUN E250, 1GB RAM, 2 Prozessoren,

PIII 1GHz (oder gleichwertig)

1 GB Ram

Dual CPU

Grosse Installation (mehr als 15.000 User-Accounts)

SUN E450, 1-2GB RAM, 2 Prozessoren - oder verteiltes System mit Webserver und Datenbankservern

Verteiltes System mit dual PIII 1GHz (oder gleichwertig)

1 GB Ram

Quad CPU

Der Ressourcenbedarf ist als vergleichsweise gering zu bezeichnen: im VIRTUS-Projekt der Universität Köln nutzen 11.000 registrierte Userinnen ILIAS auf einer SUN-Enterprise 450 (Bj. 97) mit 2 CPUs, 300 MHz, 1 GB RAM, 4,2 GB HD. Mit einem verteilten System (dedizierte Webserver+Datenbankserver) könnte die Leistung noch gesteigert werden.

 

4.5 Verteilbarkeit:
Die Userdatenbank und das LMS können zur Steigerung der Performance theoretisch auf getrennten Servern betrieben werden; dies wurde in der Praxis jedoch noch nicht realisiert.

 

4.6 Unterstützte E-Learning Standards:
Die folgenden E-Learning bzw. Metadaten-Standards werden unterstützt:

  • ARIADNE Educational Metadata Recommendation, v. 3.0
  • IMS Global Learning Consortium
  • Dublin Core Metadata Initiative
  • SCORM 1.2
  • AICC
  • XML

 

4.7 Unterstützte Serverbetriebssysteme:

  • Unix
  • Linux (Installationsroutinen werden standardmäßig für Linux herausgegeben).

 

4.8 Support:
Als nicht-kommerzielles Projekt kann personell nur eingeschränkt Support geleistet werden. Angaben der Projektkoordinatoren zufolge wurde bisher jedoch jedem Hilfesuchenden schnell und unbürokratisch weitergeholfen. Response wird im Normalfall am selben Werktag per Internet gegeben. Einfache Installationshilfen sind (im überschaubaren Rahmen) kostenlos.

Für Schulungen, ausgiebige Installationshilfen und Entwicklungsarbeiten fallen Kosten an. Einige dieser Leistungen sind per Werkvertrag durch Mitarbeiter des Projekts erbringbar. Andere Leistungen (z. B. Anpassungen) können bei Dritten erworben werden (siehe die Kurzübersicht der Anbieter am Ende).

 

4.9 Deutschsprachige Vertriebspartner:
Ein österreichischer Vertriebspartner ist nicht vorhanden. Die Pädagogische Hochschule Zürich hat sich für ILIAS als hochschulweites System entschieden. Damit wird sich ILIAS über die PH Zürich voraussichtlich als Standardsystem an anderen schweizerischen Fachhochschulen etablieren. Damit ist es dann auch wahrscheinlich, dass in der Schweiz ein Ableger von ILIAS Open Source gegründet wird. Diese Dependance könnte dann möglicherweise für Österreich auch als Ansprechpartner und Zulieferer fungieren.

 

4.10 Dokumentation:

Die Online-Hilfe von Ilias ist kontextsensitiv, deutsch, leichtverständlich verfasst und mit zahlreichen Abbildungen illustriert. Zusätzlich sind für die wichtigsten Funktionen in Ilias „Schritt-für-Schritt“-Anleitungen wie beispielsweise „20 Schritte zur fertigen Lerneinheit“ verfügbar, die selbst komplizierte Vorgänge leichtverständlich erklären. Am Ende jedes „Hilfe-Kapitels sind über die „Siehe-auch“-Funktion in Form eines Drop-Down-Menüs Links zu verwandten Hilfethemen anwählbar.

Die Online-Hilfe ist vorbildlich, lediglich eine Such-Funktion wäre noch wünschenswert; jedenfalls sucht man bei vielen anderen Learning Management Systemen ein derart ausführliches und sinnvolles Hilfesystem vergebens.

 

hilfe

 

Abb.8: Die kontextsensitive Online-Hilfefunktion.

 

Die Ilias-Dokumentation ist ebenfalls in Deutsch verfügbar, bietet aber kaum mehr Information als die Online-Hilfe.

Tutorials für die Autorinnenschulung können vom Projektmanagement zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus kann über Support-Diskussionsforen auf den Informationspool der Anwenderinnen und Entwickler-Community zugegriffen werden.

 

4.11 Sicherheit bei Datentransfer:

Eine SSL-Unterstützung ist möglich.

 

4.12 Unterstützung von Standardobjekttypen und –formaten:

Alle Standard-Mime-Types sind in ILIAS einsetzbar. Andere Formate können über die Container-Funktion auf den Server geladen und kooperativ in der Gruppenarbeit verwendet werden. ILIAS-Lerneinheiten können auch als PDF-Files ausgegeben werden.

 

 

 

Fazit

Das kostenlose Learning Management System ILIAS lässt in punkto Funktionalität kaum Wünsche offen und tritt damit in direkte Konkurrenz zu vielen hochpreisigen kommerziellen Systemen. Die Online-Editier-Möglichkeiten sind einzigartig und erlauben das rasche Erstellen von Online-Lerneinheiten bereits nach kurzen Einlernphasen. Die Möglichkeiten des kollaborativen Erstellens von Lerneinheiten sowie die Funktionen zur mehrfachen Verwendung von Medienobjekten innerhalb verschiedener Lerneinheiten bieten sonst nur (Learning) Content Management Systeme und eröffnen eine Vielzahl von didaktischen Möglichkeiten in Rahmen von Online-Seminaren.

Schwächen leistet sich ILIAS lediglich in der Verwaltung von Userinnen und im Rechtemanagement; diese werden aber mit der im Sommer 2004 erscheinenden Version 3 behoben sein.

 

 

Hersteller- und Produktinformationen auf einen Blick:

Hersteller: Universität zu Köln

Lg ILIAS-OS

Herstellerdaten:

Gründungs-
datum

Mitarbeiter-
innen

Lizenzform

1.1.2000

9

kostenlos, open source

Produkt, Versionsnummer:

ILIAS 3 (Integriertes Lern-, Informations- und
Arbeitskooperations-System)

Tätigkeits-Schwerpunkte:

  • Eigene Entwicklung der Software und Koordination der gesamten Softwareentwicklung im Rahmen des Open-Source-Projektes;
  • Systemkernmanagement;
  • Fehlermanagement;
  • Koordination der Kommunikation in der ILIAS-Community (Forum)

Produkt-Kurzbeschreibung:

ILIAS ist eine webbasierte Lern- und Arbeitsumgebung für Hochschulen, Schulen und Weiterbildungseinrichtungen. Sie umfasst Bereiche für das Lehren und Lernen, für Kommunikation und Information, für kooperatives Arbeiten und das Erstellen von Inhalten.

ILIAS ist ein Open-Source-Produkt und unterliegt der GNU General Public Licence. Jeder Interessent kann ILIAS kostenlos installieren und nutzen. Durch den offen liegenden Quellcode der Software kann im Prinzip jeder Nutzer die Software modifizieren und weiterentwickeln.

ILIAS ist eine Client-Server-Lösung, basierend auf PHP und MySQL. Empfohlen wird die Installation auf Linux- oder Unix-Servern. Der Einsatz unter Windows NT/2000 ist möglich.

Referenz-Projekte:

  • Universität der Bundeswehr Hamburg
  • Pädagogische Hochschule Zürich
  • Technische Universität Ilmenau
  • Universität Trier, FB 4
  • Forstwissenschaftliche Fakultät der
    Universität Freiburg
  • Technische Universität Berlin, Inst. für
    Psychologie und Arbeitswissenschaft
  • Royal Danish Defence Academy,
    Kopenhagen, Dänemark
  • Inter Act A.S., Halden, Norwegen

und zahlreiche andere.

Kontakt:

Tel.:
Fax:

URL:
Englischsprachig:

ILIAS Open Source, Gottfried-Keller-Str. 6
D-50931 Köln
+49-221-9402565
+49-221-9402565

www.ilias.de
www.ilias.uni-koeln.de/ios/index-e.html

Ansprechpartner:
E-Mail:

Matthias Kunkel
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vertrieb im deutschsprachigen Raum:

Kostenloser Vertrieb der Software weltweit über Internet:

  • ILIAS open source: www.ilias.de
  • Sourceforge: http://sourceforge.net/
  • Open Source Directory: http://www.opensourcedirectory.org/
  • Freshmeat: http://freshmeat.net/

 

 

 

 

 

Übersicht bisher publizierter Artikel

 

Einige der Artikel können Sie unter "Materialien | Downloads" im PD-Format herunterladen.

 

:: 2008 ::

  • Hartmut Häfele: "Pychodrama - ein Rollenwechsel". Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie, Wiesbaden.

 

:: 2007 ::

  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "Lehren, Lernen und Kommunizieren in Online Netzwerken". E-Learning-Sonderheft managerSeminare, Bonn.

 

:: 2005 ::

  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "Bewährte Tools fürs e-Training". E-Learning-Sonderheft managerSeminare, Bonn.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "Methoden des Online-Lernens". WBT für den Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "Open Source-Empfehlungen für TrainerInnen: Werkzeuge für Online-Seminare unter die Lupe genommen". CHECKpoint eLearning (Special Open Source), München.

 

:: 2004 ::

  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "Welche neuen technologischen Tools unterstützen das gemeinsame Online-Lernen?", Personal Manager, Zeitschrift für Human Resources, Mannheim.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele, Peter Baumgartner: "Lernplattformen im Feldtest". In: Meister et al: "Evaluation von E-Learning", Waxmann, Berlin.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "Evaluation von Lernplattformen: Ergebnisse und Empfehlungen". In E-Learning-Sonderheft (April) der CD-Austria.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele, Peter Baumgartner: "Lernplattformen für das Corporate-Learning". In: Laske et al: "Virtuelle Personalentwicklung? Status und Trends IuKT-gestützten Lernens. Eine kritische Analyse". Gabler-Verlag, Wiesbaden.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "E-Learning: Modul I". WBT für das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der Universität Kaiserslautern.


:: 2003 ::

  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "Das Open Source Learning Management System ILIAS". Wissensplanet, Karlsruhe.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "LMS-Empfehlungen für den Schulbereich". Das Bildungsportal des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft & Kultur, Österreich: info.bildung.at, Wien.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "E-Learning: didactical and technical basics". Auf: cd.multimediareader.at: e-learning, Wien.
  • Hartmut Häfele: "Evaluation von Learning-Management-Systemen im universitären Bereich". NML-Newsletter, Graz.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "Usability-Testung von Lernplattformen: Evaluationsdesign und Ergebnisse". Forschungsbericht für das bm:bwk, Wien.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "E-Learning Seminarmethoden". E-Learning-Sonderheft managerSeminare, Bonn.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele, Peter Baumgartner: "Learning Management Systeme: Ergebnisse einer empirischen Studie - Marktüberblick und Auswahlempfehlungen". In: Haefeli et al: "Campus 2002: die virtuelle Hochschule in der Konsolidierungsphase", Waxmann-Verlag Berlin.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele, Peter Baumgartner: "Was ist E-Learning?". In Brücken: Das Magazin der Auslandsgesellschaft Nordrein-Westfalen.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele, Peter Baumgartner: "Evaluationsverfahren für den Vergleich virtueller Lernplattformen". In: Kraft et al: "Online Lehren", Bertelsmann-Verlag, Bielefeld.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "E-Learning-Standards aus der didaktischen Perspektive". In: Haefeli et al: "Campus 2002: die virtuelle Hochschule in der Konsolidierungsphase", Waxmann-Verlag Berlin.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "Didaktischer TrainerInnenleitfaden für die Hochschullehre". Planet-ET, Graz.


:: 2002 ::

  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele, Peter Baumgartner: "E-Learning: Didaktische und technische Grundlagen". E-Learning-Sonderheft (Mai) der CD-Austria.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele, Peter Baumgartner:"Evaluierung von Lernmanagement-Systemen: Theorie - Durchführung - Ergebnisse". In: Handbuch E-Learning, Hg. von A. Hohenstein und K. Wilbers, Fachverlag Deutscher Wirtschaftsdienst, Köln.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "Learning Management Systeme, Content Management Systeme und Learning Content Management Systeme - Gemeinsamkeiten und Unterschiede". Wissensplanet, Karlsruhe.
  • Hartmut Häfele: "Psychologie der Personalbeurteilung". WBT für die Evaluation von LMS an Hochschulen.


:: 2001 ::

  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: "Lern-Management-Systeme: Marktübersicht und Empfehlungen". Computerwoche, Berlin.
  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "Evaluation von Lernplattformen". Forschungsbericht für das bm:bwk, Wien.
  • Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele, Peter Baumgartner: "Weltweiter Vergleich von Lernmanagement-Systemen: ein Bericht aus der Projektwerkstatt". In: Welte et al: "Reflektierendes Lernen, Beiträge zur Wirtschaftspädagogik", StudienVerlag, Innsbruck.


:: 1998 ::

  • Kornelia Maier-Häfele, Hartmut Häfele: "Qualifizierungsverbünde für die holzverarbeitende Branche in Tirol". Ergebnisbericht für das AMS Tirol.


:: 1996 ::

  • Hartmut Häfele: "Pädagogisch empfehlenswerte Computerspiele". CD-ROM-Produktion für das BC der AK-Vorarlberg (2 Auflagen).
  • Hartmut Häfele: "Computer- und Videospiele: Gefährlich oder nicht?". Artikel für die Sonderbeilage der Vorarlberger Nachrichten.
  • Hartmut Häfele: "Pädagogisch empfehlenswerte Computerspiele". Artikel für das Magazin Aktuell.


:: 1995 ::

  • Hartmut Häfele: "Pädagogisch Empfehlenswerte Computerspiele". Ratgeber im Auftrag der Arbeiterkammer Vorarlberg.
  • Hartmut Häfele: "Eltern brauchen Computer-Spiele-Praxis". Artikel für die Vorarlberger Nachrichten.
  • Hartmut Häfele: "Empfehlenswerte Computerspiele". CD-ROM-Produktion für das BC der AK-Vorarlberg.
  • Hartmut Häfele: "Das Internet-Konzept der AK Vorarlberg". Artikel für die Vorarlberger Nachrichten.